R.I.P. Roland Baader – Abschied von einem großen Liberalen

Dirk Maxeiner und Michael Miersch erinnern in der “Welt” an den am 8. Januar 2012 verstorbenen Publizisten:

 

“Die Woche begann mit einer traurigen Nachricht: Der Ökonom und Publizist Roland Baader ist gestorben. Wir haben einige seiner Bücher gelesen und dadurch viele Anregungen bekommen. Er gehörte zu den klügsten liberalen Köpfen Deutschlands, aber nie zur Riege der gefragten “Wirtschaftsexperten”, die unentwegt vollmundige Prognosen abgeben, die sie in der nächsten Talkshow schon wieder vergessen haben. Doch seine Schriften begeisterten Tausende für klassisch-liberale Wirtschaftstheorie. Was man am politischen Liberalismus in Deutschland oft vermisst, repräsentierte Baader: Prinzipientreue statt Klientelpolitik und Demoskopie-Opportunismus. Eines seiner Bücher schrieb er über die gesellschaftliche Rolle der Intellektuellen, die zwar häufig die Freiheit im Munde führen, aber immer wieder nach dem Staat rufen. Er erklärte das Versagen der Intellektuellen mit ihrer wirtschaftlichen Stellung. Als eine Art Sinnstifter-Kaste stehen sie auf dem Markt schlechter da als der Händler, der einen profanen Gebrauchsgegenstand feilbietet. Diese Kränkung fördert antikapitalistisches Ressentiment. Verbünden sie sich jedoch mit dem Herrscher oder mit dem Revolutionär, der Aussicht hat, demnächst zum Herrscher zu werden, winken ihnen Ruhm und Geld.

Baader war das Gegenbild zum üblichen Typus des Intellektuellen: Ein freier Unternehmer des Geistes. Er kämpfte gegen das große Umverteilen, das im Namen der Gerechtigkeit stattfindet, doch am Ende alle ärmer macht. “Ich brauche Eure Subventionen und Transferzahlungen nicht”, schrieb er einmal. “Ich will nicht Euer Kinder-, Mutterschafts- und Sterbegeld, nicht Eure tausend Almosen und milden Gaben, die Ihr mir vorher aus der Tasche gezogen habt – und mir und meinen Kindern noch in 50 Jahren aus der Tasche ziehen werdet. Ich bin ein freier Mann, der für sein Schicksal selbst und allein verantwortlich ist, der sich in die Gemeinschaft einfügt und die Rechte anderer genauso respektiert, wie er seinen eigenen Pflichten nachkommt, der aber keine selbst ernannten Ammen und scheinheiligen guten Onkels, keine ausbeuterischen Wohltäter und von mir bezahlte Paradiesverkünder braucht.”

Baaders Stimme wird fehlen. Aber wir sind uns sicher, dass seine scharfen Analysen noch viele Menschen zum Nachdenken bringen werden. Spätestens, wenn eine Mehrheit realisiert hat, dass aus Schulden keine sozialen Wohltaten werden.”

2 Antworten zu „R.I.P. Roland Baader – Abschied von einem großen Liberalen“

  1. Lips Institute sagt:

    Seinem letzten Buch “Geldsozialismus” stellte er ein Zitat von Ferdinand Lips voran, dem er viele Jahrzehnte freundschaftlich verbunden war und mit dem ihn der gemeinsame Kampf gegen das betrügerische und die (halbwegs) freie westliche Zivilisation bedrohende Papiergeldsystem vereinte. Am vergangenen Sonntag, dem 8. Januar ist der couragierte Philosoph, Nationalökonom und Verfechter des Goldstandards Roland Baader, ein Schüler des großen Friedrich August von Hayek, nach langer, schwerer Krankheit verstorben.

    Das Lips Institute trauert um einen großen klassisch liberalen Freiheitsdenker und furiosen Kämpfer für gesundes Geld als Fundament einer freien Gesellschaft. Ruhe in Frieden Roland Baader!

    Ein persönlicher Nachruf von Peter Boehringer findet sich auf Rottmeyer.de.

    Die Beerdigung von Roland Baader findet auf dem Friedhof Waghäusel-Kirrlach am 19. Januar 2012 um 14 Uhr statt. Waghäusel-Kirrlach befindet sich zwischen Karlsruhe und Heidelberg.

  2. Zero sagt:

    Roland Baader hat mit seinen genialen Werken gegen den Sozialismus in jeder Form und für die freie Marktwirtschaft und die natürliche Ordnung dafür gesorgt, die oft absichtlich verkomplizierte Welt der VWL glasklar zu entwirren und allen Freiheitskämpfern eine Vielzahl an logischen und schlagkräftigen Argumenten gegen die keynesianisch verlogene Makroklempnerei an die Hand gegeben. Hiermit hat er gewiss vielen Privatleuten einen unschätzbaren Dienst im Hinblick auf Vermögensschutz, Geldanlage und finanzielle Sicherheit erbracht.

    Was aber unendlich wichtiger ist, ist die Tatsache, dass er maßgeblich und wohl wie kein zweiter im deutschsprachigen Raum dazu beigetragen hat, das Wissen der Austrians zu bewahren und vor allem zu verbreiten und damit eine ganze libertäre Bewegung in Gang gesetzt hat, die dank des Internets unablässig wächst und letztlich sogar zur Gründung einer libertären Partei (der PDV) geführt hat, die die sozialistische Einheitspartei CDUCSUFDPSPDGrüneLinke hoffentlich noch gehörig das Fürchten lehrt.

    Angesichts dieser Verdienste für unsere Gesellschaft und jeden Einzelnen (vor allem für die BWLer, die die VWL bisher meist links liegen gelassen haben), muss der Großteil der erlauchten “Gelehrten” und “Eliten” aus dem Bereich der Wirtschaftswissenschaften zwangsläufig feststellen, dass ein Doktortitel oder eine Professur in diesem Bereich noch lange kein Beweis für vorhandene Qualifikation und schon gar kein Garant für das richtige Einschätzen von volkswirtschaftlichen Zusammenhängen ist.

    Roland Baader möge somit in Frieden ruhen und seine Schriften mögen auch in Zukunft noch viele Köpfe aufklären und erleuchten.

    PS: Allen voran die Bücher “Geld, Gold und Gottspieler” und “Geldsozialismus” sollten eigentlich Pflichtlektüre für jeden BWL/VWL-Studenten sein und sind in Zeiten des internationalen fiat-money-Wahnsinns aktueller denn je.

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